Verarbeitendes Gewerbe

Als innovationsstarke und internationale Gründerhauptstadt mit 105.000 industriellen Arbeitsplätzen, einem Exportanteil von knapp 56 Prozent, rund 50.000 Unternehmen in der Informations- und Kommunikationstechnik sowie über 100 Wissenschafts- und Forschungseinrichtungen bietet Berlin für die Industrie 4.0 beste Voraussetzungen. Dies haben viele nationale und internationale Unternehmen bereits erkannt. Allein dreizehn DAX-Konzerne haben in der Stadt Labs aufgebaut, um das Innovationspotenzial Berlins zu nutzen.

Gleichzeitig steigern die Digitalisierung, aber auch neue Technologien oder eine grüne Chemie die Ressourceneffizienz erheblich. Deshalb bedeutet Industrie 4.0 die Chance zu einer smarten urbanen Industrialisierung für Berlin.

Hier kann auch Neukölln anknüpfen, traditionell einer der stärksten Industriestandorte Berlins mit vier Industriegebieten, einem bunten Branchenmix (u. a. Elektroindustrie, Steuerungstechnik, Lebens- und Genussmittel, chemisch-pharmazeutische Industrie) und mit mehr als 800 Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes. Neben Konzernstandorten von Philip Morris, Viessmann oder B. Braun Melsungen sind hier auch starke Mittelständler, z. B. die PUK-Werke, LAR Process Analysers, Moll Marzipan, Weidling oder Müller-Zeiner, zu finden.

Für die weitere Entwicklung sind die enge räumliche Nähe Neuköllns zum Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort Adlershof sowie die exzellente Anbindung an das Fernstraßennetz und den neuen Flughafen BER (nach der Eröffnung) von Vorteil. Doch Industrie braucht auch Raum zur Entwicklung – und der ist knapp in Neukölln. Hier müssen alle Akteure im Bezirk gemeinsam gute Lösungen finden.

Silke Richter
Branchenkoordinatorin Industrie IHK Berlin